Die Geschichte von Sankt Adelheid Drucken E-Mail

Im Frühjahr 1955 wird in Greuelsiefen der Wunsch laut, eine eigene Kapelle zu errichten. Ein erster Schritt zur Erfüllung ist die Gründung eines Kapellenbauvereins, die anläßlich einer Dorfversammlung am 31.05.1955 beschlossen wird. Am 17.06.1956 erklärt der Kirchenvorstand der Pfarrgemeinde St. Katharina Stadt Blankenberg, dass er das Vorhaben nach Kräften zu fördern gedenkt. Ebenso macht es der Pfarrer von Stadt Blankenberg, Definitor Hubert Küppers, zu seinem besonderen Anliegen.

Am 10.01.1957 genehmigt das Erzbischöfliche Generalvikariat die vorgelegte Vereinssatzung. Der Vorstand besteht aus Hubert Langen als Vorsitzenden sowie den Beisitzern Johann Brochhausen, Gertrud Krumbach, Franz Schmitz und Christian Westhofen.
Die erste Sammlung zur Beschaffung der notwendigen Geldmittel im Juni 1955 erbringt 350,50 DM. Ein Dorffest erhöht den Betrag um 1.031,19 DM. Auf einer weiteren Veranstaltung am 02.09.1956 werden 1.349,57 DM erzielt. Damit ist ein Grundstock gelegt, der in den folgenden Jahren durch monatliche Sammlungen vermehrt wird. Insgesamt werden auf diese Weise 51.000 DM zusammengebracht.

KirchweiheDie Verwirklichung des Vorhabens geht nur sehr zögerlich vonstatten. Die Eheleute Peter Kraus und Margarete, geborene Junkersfeld, schenken ein für den Bau geeignetes Grundstück. Der Vertrag wird 1963 endgültig geschlossen. Frau Franziska Bennauer, geborene Fieling, überläßt eine weitere Parzelle, die 1959 zugunsten der Pfarrgemeinde Stadt Blankenberg in das Grundbuch eingetragen wird. Schließlich erteilt das Generalvikariat am 14.06.1961 die Planungsgenehmigung und beauftragt den Architekten Hans Lob in Siegburg mit der Erstellung der Bauplanung. Da Architekt Lob innerhalb eines Jahres keine Unterlagen erarbeitet, entzieht ihm der Kirchenvorstand am 29.10.1962 den Auftrag. Nun wird die Ausführung dem Architekten Fritz Zeiger in Köln übertragen.
Am 24.06.1966 billigt die Kunstkommission der Erzdiözese Köln den sechsten Vorentwurf. Die Baugenehmigung wird am 03.10.1968 erteilt. Im Februar 1969 kann endlich mit den Bauarbeiten unter der Leitung des Architekten Konrad Emans aus Stadt Blankenberg begonnen werden. Nach vielen Jahren des Hoffens und mühevoller Vorbereitungen segnet Generalvikar Peter Nettekoven gemeinsam mit dem Pfarrer der Pfarrgemeinde St. Katharina Stadt Blankenberg Dechant Adolf Opheys und dem Deservitor des Benefiziums "Unserer Lieben Frau" Pfarrer i.R. Peter Schuster das Bauwerk am 29.09.1974 ein.

In den nächsten Jahren kümmert sich der Kapellenbauverein um die Ausgestaltung des Gotteshauses.
1977 wandelt der Restaurator Roland Ellerich aus Solingen eine barocke Heiligenstatue zur heiligen Adelheid um. Im Rückgriff auf vorhandene farbige Fassungsreste des Nussbaumstandbildes gibt er der Kopfbedeckung einen elfenbeinfarbenen und dem Kleid einen silbernen Ton. Der Mantel ist außen vergoldet, innen türkis angelegt. Hinzugefügt werden die Attribute Buch, Stab und Kirchenmodell.
1979 beschließt der Kirchenvorstand die Beschaffung einer Orgel.
Am 28. Februar 1982 kann das Instrument, ein Werk der Firma Gebrüder Oberfinger Orgelbau aus Windesheim, nach der Prüfung durch Domorganist Josef Zimmermann der Gemeinde übergeben werden.

Die eigentliche Kirchweihe findet am 5. Februar 1985 durch Weihbischof Dr. Klaus Dick statt. Zwei Glocken, in der Stimmung g. und a. und unter das Patronat der heiligen Anna und des heiligen Hubertus gestellt, stammen aus der Eifeier Glockengießerei Hans August Mark in Brockscheid bei Daun. Sie werden am 26. Mai 1985 gesegnet und im seitlichen Glockenturm aufgehängt.
Nachdem der Kapellenbauverein seine Aufgaben erledigt hat, löst er sich im Jahre 1990 auf.

Im Jahr 2011 wird das 37 jährige Bestehen gefeiert. Es ist zu hoffen, dass die Kirche St. Adelheid noch lange in ihrer ursprünglichen Funktion erhalten werden kann.
Das Gotteshaus auf dem Kapellenhügel in Greuelsiefen ist ein prägender Bestandteil des Ortslebens und des Ortsbildes geworden.